SKOLIOSEN: Idiopathische Skoliose

Definition

Der Begriff Skoliose ist dem Griechischen entlehnt (scolios = krumm). Es handelt sich bei Skoliosen um eine Verkrümmung und Verdrehung der Wirbelsäule vornehmlich um die Köperlängsachse. Bei den meisten Skoliosen handelt es sich um sog. Idiopathische Skoliosen. Dies bedeutet, dass die Ursache noch nicht gänzlich geklärt ist. Unbehandelt können Skoliosen voranschreiten und infolge dessen kann es zu Bewegungseinschränkung, Einsteifung betroffener Wirbelsäulenabschnitte sowie beschleunigte Degeneration betroffener und anliegender Wirbelsäulenabschnitte kommen. Die idiopathische Skoliose kann in jungen Lebensjahren auftreten als sog. infantile Skoliose (≤3.LJ), als juvenile Skoliose (4.-10.LJ) und häufigst als adoleszente Skoliose (>11 LJ). Zunehmend werden auch sog. adulte Skoliosen (>30.LJ.) als solche erkannt und können ebenfalls, wie auch die kindlichen, erfolgreich behandelt werden.

Bei 80-90% der Skoliosen handelt es sich um idiopathische Skoliosen. Eine familiäre und somit genetische Prädisposition besteht. Die genauen Ursachen sind noch nicht geklärt und Fokus intensiver Forschung. 2% der Bevölkerung weisen eine Skoliose zwischen 10° und 20° auf, diese ist meist nicht langfristig behandlungsbedürftig. 0.2-0.5% der Menschen haben eine Skoliose von >20°-40° und bei 0.04-0.3%  liegt eine Skoliose >40° vor.  Das Verhältnis Mädchen zu Jungen liegt bei annähernd 6:1, bei Skoliosen >30° beträgt diese Verhältnis sogar 10:1.

Mögliche Beschwerden & Symptome

Die Skoliose ist beim Kind selten mit Schmerzen verbunden. Im fortgeschrittenen Stadium kann eine Skoliose äußerlich in Erscheinung treten. Indirekte Merkmale sind dann z.B. die Ausprägung eines Rippenbuckels oder Rippentals als Folge der Verdrehung der Wirbel zueinander, eine aysmmetrische Formgebung der Nackenmuskulatur und des Taillendreickes, eine schräge Kopfhaltung, ein Schulter- und/oder Beckentiefstand (s. auch Abb.1.1 im Vgl. zu Abb.1.2). In schwere Fällen können Beschwerden durch asymmetrische Überlastung tragender Strukturen (Muskulatur und Gelenke) sowie funktionelle Beeinträchtigung von Lunge und Herzen auftreten.

Konservative Behandlung

Wird eine Skoliose beim Kind diagnostiziert bestehen die konservativen Behandlungsgrundlagen in der Einleitung einer Schulung der Eltern und des jungen Patienten, Physiotherapie, Ausschluss und ggf. Anpassung von Einlagen bei Beinlängendifferenzen und Festlegen eines fachärztlichen Observationsplans. Werden bei höhergradigen Krümmungen bereits Risikofaktoren für ein Fortschreiten definiert (z.B. Alter des Kindes, Reifegrad, Knochenalter, Skolioseausmaß, -Typ, -Lokalisation, -Progredienz,…) dann kann die Korsett-Therapie notwendig sein. Sie dient dazu, die Skoliose initial partiell zu korrigieren und diese reduzierte Krümmung während des Wachstums bis zum Wachstumsabschluss zu halten. Ziel hierbei ist die operative Therapie zu umgehen oder zeitlich bei sehr jungen Patienten herauszuzögern. Der Effekt der Korsett-Therapie ist bei richtiger Anwendung und guter Mitarbeit von Patient und Familie wissenschaftlich bewiesen. Bei Erstdiagnose Skoliose und Notwendigkeit zur Korsett-Therapie stellt die kurzstationäre Aufnahme des Kindes, auch in Begleitung der Mutter (sog. Roomin-ing Option), zur Anpassung des 1.Korsetts, zur Einleitung einer Physiotherapie und Erlernen von Eigenübungen sowie zur Patienten- und Familienschulung eine professionelle Alternative für eine erfolgreiche Korsett-Therapie dar.

Konservative Behandlung

Wird eine Skoliose beim Kind diagnostiziert bestehen die konservativen Behandlungsgrundlagen in der Einleitung einer Schulung der Eltern und des jungen Patienten, Physiotherapie, Ausschluss und ggf. Anpassung von Einlagen bei Beinlängendifferenzen und Festlegen eines fachärztlichen Observationsplans. Werden bei höhergradigen Krümmungen bereits Risikofaktoren für ein Fortschreiten definiert (z.B. Alter des Kindes, Reifegrad, Knochenalter, Skolioseausmaß, -Typ, -Lokalisation, -Progredienz,…) dann kann die Korsett-Therapie notwendig sein. Sie dient dazu, die Skoliose initial partiell zu korrigieren und diese reduzierte Krümmung während des Wachstums bis zum Wachstumsabschluss zu halten. Ziel hierbei ist die operative Therapie zu umgehen oder zeitlich bei sehr jungen Patienten herauszuzögern. Der Effekt der Korsett-Therapie ist bei richtiger Anwendung und guter Mitarbeit von Patient und Familie wissenschaftlich bewiesen. Bei Erstdiagnose Skoliose und Notwendigkeit zur Korsett-Therapie stellt die kurzstationäre Aufnahme des Kindes, auch in Begleitung der Mutter (sog. Roomin-ing Option), zur Anpassung des 1.Korsetts, zur Einleitung einer Physiotherapie und Erlernen von Eigenübungen sowie zur Patienten- und Familienschulung eine professionelle Alternative für eine erfolgreiche Korsett-Therapie dar.

Operative Therapie

Bei progressiven höhergradigen Skoliosen kann die operative Therapie notwendig sein. Ziel ist die Korrektur der Skoliose und Aufhalten einer Progredienz, Wiederherstellung einer guten Balance und Kosmetik. Als Korrekturoperationen kommen dorsale und ventrale Verfahren zum Einsatz. Durch in die Wirbellkörper eingebrachte Schrauben in Verbindung mit Stäben können in geübter Hand beträchtliche Korrekturen einer Skoliose sicher erreicht werden. In schweren und bei hochgradigen Skoliosen kommen auch in Kombination ventrale und dorsale Vefahren sowie zweizeitige Verfahren zum Einsatz. Bei ventralen Verfahren wird von der Seite die Wirbelsäule erreicht, bei dorsalen Verfahren über den Rücken (dorsal, lat.=hinten). Je ausgeprägter die Skoliosen werden und je rigider (d.h. je eingesteifter) sie bereits sind, umso größer wird der operative Aufwand einer Skoliosekorrektur. Beispiel operativ behandelter Fälle sind in den Abb.1.3, 1..4 und 1.5 dargestellt.

Abb. 1.1: Normaler Rücken – Gesunde Person
Abb. 1.2.: Silhouette bei fortgeschrittener Skoliose
Abb. 1.3: Verschiedene Skoliosetypen und Schweregrade, zunehmendes Skolioseausmaß von links nach rechts. Jeder Skoliosetyp erfordert unterschiedliche und individuell angepast Korrekturtechniken
Abb. 1.4: Korrekturprinzip einer lumbalen Skoliose in VDS-Technik (Ventrale Derotations-Spondylodese)
Abb. 1.5: Dorsales Korrekturverfahren
Abb. 1.6: Dorsales Korrekturverfahren
Abb. 1.7: Beispiel Ventrales Korrekturverfahren
Abb. 1.8: Dorsales Korrekturverfahren bei hochgradiger Skoliose